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Menswear und Lifestyle mit Anspruch Der Styledirector von Zwicker
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Andreas Knezovic: Mein Zürich

FTC Cashmere ist ein Pionier unter den nachhaltigen Marken – die Gründerfamilie Knezovic zog aus ihrer Heimat Deutschland in die Schweiz, um die Marke mit ihren internationalen Verbindungen prosperieren zu lassen. Im Gespräch mit dem Style Director verrät Andreas Knezovic, warum er Zürich zu seiner Wahlheimat gemacht hat und was an ihm immer noch bayerisch ist.

 

Herr Knezovic, was hat die Schweiz zu Ihrer Wahlheimat gemacht?

Die Schweiz ist ein wunderschönes Land und Zürich eine lebenswerte Stadt, dies ist ja bereits allseits bekannt. Der ausschlaggebende Grund in die Schweiz zu gehen, hat jedoch größtenteils mit der damaligen Entscheidung der bayerischen Regierung das „G8 Gymnasium“ einzuführen zu tun, was bedeutet hätte, statt 13 nur 12 Jahre die Schule zu besuchen. Dies war sozusagen der finale „Kick“ für die Veränderung. Meine Tochter Jana wäre davon betroffen gewesen.

Mit unserem Umzug hatten unsere Kinder Adrian und Jana die Möglichkeit, in ein angesehenes öffentliches Gymnasium in Zürich, ins „Rämibühl Gymnasium“, zu wechseln und eine viersprachige Matura, vergleichbar mit dem Abitur in Deutschland, abzulegen. Also anstatt „G8-Gymnasium“ eine viersprachige Matura: ein klarer „Wettbewerbsvorteil“ für die nächste Generation.

Weiterhin waren die Internationalität und die zentrale Lage der Schweiz in Europa, die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die sehr gute Infrastruktur des Landes wichtige Faktoren bei der Entscheidung, in die Schweiz zu gehen.

 

Eine gesunde, prosperierende, freundliche Stadt am See – ist das Klischee, das man von Zürich hat, auch wirklich zutreffend?

Zürich hat mir schon früher immer besonders gut gefallen. Eine internationale Großstadt mit extrem hoher Lebensqualität und Flair. Auch wenn die Stadt mit circa 400.000 Einwohnern eher klein und überschaubar im Vergleich zu anderen Großstädten ist, lassen sie die vielen Orte in der Zürichseeregion viel größer wirken.

Die Stadt strahlt mit ihrer Lage am See, ihrer Internationalität, dem vielfältigen Kulturangebot und natürlich auch der bekannten Schweizer Präzision, Ordnung und Pünktlichkeit einen besonderen Charme aus. Nicht umsonst ist Zürich bei weltweiten Rankings oft ganz oben zu finden. Somit ist das Klischee schon zutreffend.

 

Verraten Sie uns Ihre drei absoluten Geheimtipps in Zürich?

Nun ja, die „Geheimtipps“ sind ja meist nicht wirklich geheim. Gutes spricht sich eben immer schnell rum. Für mich ist das „Hotel Alex“ in Thalwil, 10 Minuten mit der S-Bahn vom Zürcher Hauptbahnhof, ein absoluter Geheimtipp. Das Hotel, direkt am Zürichsee gelegen, mit elegantem und luftigem Design und zurückhaltend luxuriöser Einrichtung hat für mich eine sehr entspannte Atmosphäre.

Mein Lieblingsrestaurant in Zürich ist das „Bindella“ (In den Gassen 16), sehr gute italienische Küche und immer hervorragender Service. Perfekt für den in der Schweiz beliebten Apéro ist die „Kronenhalle Bar“. Wenige Schritte vom Bellevue entfernt kann man hier die wohl besten Cocktails der Stadt genießen und dabei die Kunst an den Wänden, unter anderem von Pablo Picasso, Georges Braque, Vassily Kandinsky und vielen mehr betrachten oder das maßgefertigte Bar-Interieur von Diego Giacometti bewundern.

Andreas Knezovic

 

Welcher Kreis ist der coolste?

Der coolste und urbanste Teil von Zürich ist definitiv der Kreis 4. Inmitten der Stadt gelegen steht er für Veränderung, Geschichte und Vielfalt. Der „Vieri“ mit seinen vielen kleinen Geschäften, Bars, Kneipen und Restaurants und nicht zu vergessen der Langstraße, der Partymeile von Zürich, ist der wohl lebendigste Stadtteil. Hier erlebt man pralle Leben mit all seinen Facetten.

 

Und welcher Kreis ist der nobelste?

Nobel ist es zweifelsfrei rund um die weltweit bekannte Bahnhofstrasse, dem Kreis 1. Teure Boutiquen, Banken, Restaurants und Bars prägen diesen Stadtteil. Aber auch die angrenzenden Kreise, wie das Seefeld (Kreis 8), direkt am See gelegen, oder das Gebiet am Züriberg (Kreis 7) stehen für gehobenes, nobles Leben.

 

Is life better on a boat (am Zürichsee?)

Da der öffentliche Nahverkehr in der Schweiz bekanntlich sensationell gut funktioniert und auch die Schifffahrt miteinschließt, kann ich jedem Besucher eine Schifffahrt, ob als Rundfahrt oder auch nur als „Linienfahrt“ von einer Seite des Sees zur anderen, nur empfehlen. Und das Leben am See "with a boat" bietet noch ein charmantes Extra.

 

Was haben Sie als gebürtiger Deutscher von den Schweizern gelernt?

Das Leben in Deutschland ist deutlich hektischer, getriebener und nervöser. In der Schweiz läuft doch einiges behutsamer und bedachter ab. Die daraus resultierende Entschleunigung hat mir mehr Ruhe und Sicherheit für wichtige Entscheidungen gegeben.

Deutsche, die sich nicht anpassen wollen, werden oft als aggressiv und unfreundlich wahrgenommen. Die bayerische Mentalität wird eh überall als höchst angenehm empfunden und wahrgenommen. Passt also guat!

 

Und worin sind Sie nach vielen Jahren in der Schweiz noch unverkennbar deutsch?

Wohl in den Eigenschaften, die Deutschen gerne zugeschrieben werden: Genauigkeit, Fleiß und Ausdauer. Und natürlich verrät mich der bayerische Dialekt, den ich nie abgelegt habe und der einfach zu mir gehört.

 

Ihre Kinder sind in der Schweiz aufgewachsen und nach ihrer Ausbildung ins Unternehmen eingetreten – ist die Schweiz ein guter Ort, um ein Familienunternehmen zu etablieren?

Das sehr gute Bildungssystem der Schweiz, die Internationalität sowie die hervorragenden sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen dafür eine sehr gute Basis. Wenngleich es neben Vorteilen auch die ein oder anderen Nachteile gibt.

Titelbild: Zürich (c) Andreas Knezovic

 

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