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Der Pionier für analoge Fotografie

Neben der schnelllebigen Handyfotografie, wo durch wahlloses Knipsen hunderte Fotos entstehen, wird die analoge Fotografie immer beliebter. Ein Experte auf diesem Gebiet ist Kurt Sadjina. Für ihn ist Fotografie ein Handwerk, das mit Bedacht ausgeführt wird. 

 

Was macht das Fotografieren mit alten Kameras so besonders für dich?
Mit alten Kameras zu fotografieren bedeutet, sich mit den Fragen der richtigen Belichtung, der richtigen Zeit, dem Bildausschnitt aber auch mit dem Einsatz des richtigen Films und der dafür geeigneten Kamera zu beschäftigen. Es ist kein Knipsen, wie es heute vielfach mit digitalen Aufnahmegeräten praktiziert wird, sondern eher eine Art Handwerk, ein sehr bewusste sund entschleunigtes Herangehen an das gewünschte Foto. Durch die Vorgabe der Anzahl der Bilder pro Film (in der Regel 12 oder 24 im Mittelformat und 36 im Kleinbild) wird man einfach zu einem überlegten Vorgehen gezwungen. Nach dem Fotografieren erfolgt der zweite spannende Vorgang. Das Entwickeln des Films, das Vergrößern bzw. das Einscannen der Negative. Man kommt zu sehr guten Street-, Handwerks- und Porträtaufnahmen, da man einfach auf weniger Widerstand und Ablehnung stößt, sondern vielmehr die Neugierde der Menschen gegenüber den alten Aufnahmegeräten weckt und dann meistens noch zu netten Gesprächen kommt.

Was war deine erste Kamera?
Ich kaufte meine erste Kamera mit 17. Da ich damals noch Schüler war und wenig Geld hatte, wurde es eine Fujica mit nur einem 50-mm-Objektiv. Ein Jahr später folgte eine Olympus OM-1 und dann, als ich Student war, eine Leica R und kurz darauf meine erste Hasselblad. Die letztgenannte erstand ich 1980, da ich durch eine Erbschaft unerwartet die dazu nötigen Mittel hatte. Es folgten diverse LeicasM und R, weitere Hasselblads und zuletzt auch eine Rolleiflex. Als dann die Zeit der digitalen Kameras anbrach, probierte ich natürlich auch diese aus, kehrte aber immer wieder zur analogen Fotografie zurück. Heute verwende ich hauptsächlich Rolleiflex, Hasselblad und als Ergänzung eine alte Leica M3.

Worauf muss ich achten, wenn ich mir eine alte, analoge Kamera zulegen möchte?
Das Angebot an alten Kameras ist riesengroß. Zuerst sollte ich mir Gedanken machen, was ich vorwiegend fotografieren möchte. Dann ob es Mittel- oder Kleinformat sein soll. Benötige ich Wechselobjektive, oder komme ich mit nur einer Linse aus? Egal, wofür man sich entscheidet, man sollte seine erste alte Kamera bei einem Fachhändler kaufen. Die ist dann überprüft, man hat Garantie darauf bzw. kann diese auch wieder zurückgeben. Ich selbst kaufe vorwiegend auf Ebay. Hat man sich mal eingelesen und Erfahrungen gesammelt, dann kann man auch von Privaten kaufen. Hier gibt es oft aus Erbschaften, aus Sammlungsauflösungen die tollsten Kameras zu erstehen. Überprüfen Sie unbedingt die Belichtungszeit, die Blendeneinstellungen und auch den Fokus. Viele Infos kann man sich einfach aus dem Netz holen. Alleine sich damit zu beschäftigen, das Lesen im Netzüber eine „Neue“ macht ungemein Freude, und man lernt sehr viel dabei.

 

„Gute Fotos haben nichts mit alten oder neuen Kameras zu tun. Wer sein Handwerk versteht, wer ein gutes Auge hat, seine Kamera beherrscht, der wird auch gute Aufnahmen machen.“

 

Gibt es ein Modell oder Modelle, die du besonders empfiehlst?
Im Kleinbild eine Nikon F3 HP oder eine alte Leica M3 oder M4, im Mittelformat für Porträts und Street Photography eine Rolleiflex 3.5B oder, wenn man etwas mehr ausgeben kann, eine Rolleiflex 2.8F. Für Landschaftsaufnahmen oder wenn man Wechselobjektive benötigt, eine Hasselblad 500C/M. Heute sind alle diese Kameras im Vergleich zu früher günstig zu erstehen. Als ich in den Achtzigern meine erste Hasselblad gekauft habe, musste ich denselben Betrag wie für mein erstes Studentenauto (einen R4) bezahlen!

Wie kamst du eigentlich zur Fotografie?
Mein Papa hat viel fotografiert und mit seiner Dunkelkammer meine Neugierde schon als Kind geweckt. Ich habe in meiner Jugend sehr viel gelesen und bin irgendwann auch auf alte Fotobücher gestoßen.Da wurde meine Neugierde geweckt und ich habe dann alles, was mit Fotografie zu tun hatte, förmlich verschlungen. Und dann kamen die Kameras, wie schon erzählt. Eines habe ich nie gemacht – ich habe nie gesammelt, sondern immer alle meine Kameras auch verwendet.


Über den Fotografen:
Kurt Sadjina arbeitet für einen großen Automibilkonzern im Vertrieb in Salzburg. Eine eigene Homepage hat der Salzburger Fotograf nicht. Seine Werke kann man allerdings auf Flickr bewundern.

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