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Menswear und Lifestyle mit Anspruch Der Styledirector von Zwicker
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Kulinarik mit gutem Gewissen

Vor drei Jahren entschied sich der Haubenkoch Siegfried Kröpfl dafür, seine langjährige Karriere als Koch in der gehobenen Gastronomie aufzugeben und sich nunmehr der veganen Ernährung zu widmen. Heute ist er selbstständiger Gastronomie-Consulter mit veganem Schwerpunkt. Im Kurzinterview spricht er über Startschwierigkeiten und wieso gerade seine Tochter der Auslöser war.

 


Avocado-Paradeisertörtchen mit Koriander und geräuchertem Tofu

Nach all Ihrer Erfahrung als Haubenkoch in so vielen hochklassigen Restaurants und Hotels, was hat Sie dazu bewegt, sich mit der veganen Küche zu beschäftigen und letztendlich diese Richtung bis heute zu verfolgen?
Den Einfluss genommen hat unsere Tochter Melanie, die eine Ausbildung zur diplomierten Ernährungsberaterin gemacht hatte und ihre Diplomarbeit über vegane Ernährung schrieb. Meine Frau und ich bekamen dadurch immer mehr Einblick in die vegane Küche und alles was dahintersteckt. Immer wieder stießen wir auf das Thema Massentierhaltung. Je mehr ich mich einlas, desto weniger wollte ich diese grausigen Praktiken unterstützen. Ich bin nun zu 90 % aus ehtischen Gründen seit sechs Jahren Veganer. Die Massentierhaltung ist eine Form von Ausbeutung, die in der heutigen Zeit nichts zu suchen hat. Es betrifft ja auch unsere Gesundheit und die Umwelt.    

Wurden Sie von Anfang an von Ihrem Umfeld unterstützt, oder gab es auch Kritiker von Seiten Kollegen und / oder Arbeitgebern?
Unterstützung fand ich am Anfang nur bei meiner Familie. In den Kreisen der Köche war es teilweise sehr schwierig. Sie konnten und wollten es nicht verstehen. Zu verstehen, was vegan bedeutet, war nicht so einfach zu erklären, und das Verständnis nicht sehr groß. In der Schule Gafa am Judenplatz in Wien, wo ich auch unterrichte, fand ich großen Zuspruch. In dieser Schule wurde auch als erstes die Zusatzausbildung zum veganen Koch angeboten. Und das fand ich toll. Mittlerweile ist meine Einstellung kein Thema mehr. Ich werde meistens akzeptiert und man bewundert mich auch für den Schritt, den ich gemacht habe, und gehe. Es ist schön, viel weiterzugeben und es wäre wünschenswert, dass uns das allen für die Zukunft weiterbringt.   

 
Erst durch seine Tochter Melanie kam der Koch zum Vegansimus.

Von wem lassen Sie sich inspirieren und wieso?
Inspiration finde ich in der Umwelt und was auf unserem Planeten so geschieht. Hier findet man immer wieder aufs Neue tolle Ideen, die Welt etwas besser zu machen und zu gestalten. Es ist einfach wichtig dass wir auch etwas zurück geben, und nicht immer nur nehmen. Der Einklang mit Tier und Mensch muss verbessert werden. Die Resoucen sind nicht von ewiger Dauer. Wir sollten uns wieder auf das Wesentliche besinnen, Natur und Tiere als Einheit sehen. Besinnung betrifft auch das, was wir täglich essen. Unser aller Speiseplan muss verändert werden, damit wir die Umwelt nicht vernichten.


Siegfried Kröpfl bildet Kochlehrlinge aus und unterrichtet an der Gastgewerbefachschule Wien die vegane Küche. Zuvor war der Tiroler Koch in diversen Luxushotels auf der ganzen Welt, in Kanada bekochte er Queen Elisabeth. II, im Imperial in Wien Bruce Willis und das japanische Kaiserpaar. Unter seiner Leitung erkochten er und sein Team mehrere Gault Milau Sterne.
www.siegfriedkröpfl.com

Übrigens: Siegfrieds Tochter Melanie hat vor kurzem ein veganes Backbuch herausgebracht. Erhältlich ist es hier!

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